Frankfurter Verlagsanstalt 2002, ISBN: 3-627-00029-3
Klappentext:
Charlotte erfüllt sich den größten Wunsch: Sie macht sich mit dem Kauf einer mittelständischen Firma selbstständig. Christine, genannt Stine, und Bär helfen ihr dabei, doch letztlich sind die beiden Freundinnen Charlottes Ruin. Durch einen raffinierten Schachzug, eine böse Intrige, wird Stine Inhaberin der Firma. Kaum hat sie die Fabrik an sich gerissen, träumt sie einen anderen Traum: Ein Joint venture mit einem multinationalen Konzern soll ihr den Zugang zum Weltmarkt öffnen. Dabei trifft sie auf eine weitere beeindruckende Persönlichkeit, die Topmanagerin Milla: Ein neues Spiel beginnt.
Im Mittelpunkt des neuen Romans von Ernst-Wilhelm Händler stehen vier Frauen, wichtige Führungskräfte der Industrie, alle mit Mitte Vierzig auf dem Höhepunkt und gleichzeitig am Scheideweg ihrer beruflichen Karrieren angelangt. Poetisch beispielhaft zeigt Händler im Spannungsraum der vier Karrieren, wie die sich unaufhaltsam vollziehende Globalisierung unser aller Leben beeinflusst. Faszinierend die Beschreibung der Kräfte, die das Diesseits zusammenhalten: die sterile Macht der Banken, die Industrie, die sich selbst produziert, die Gier der Immobilienspekulanten, die diffuse Komplizenschaft von Kunst und Werbung – aber auch die Hoffnung auf Rettung durch Sprache. Es tobt ein erbitterter Kampf um das ökonomische Überleben, der selten sichtbar wird. Die Gesellschaft erzeugt nur noch jene Menschen, die das Funktionieren der Wirtschaft gewährleisten. Der Leser entscheidet, wer die größte Souveränität bewahrt: diejenigen, die bestimmen, oder diejenigen, über die bestimmt wird.
Mit Wenn wir sterben ist etwas radikal Neues entstanden: Wie die Industriegesellschaft sich alles Bestehende unterwirft, so verwandelt der Autor andere Schreiben, andere Sprachstile seinem Schreiben an. Jede Person im Roman handelt, denkt und fühlt in einer eigenen Sprachwelt. Auf diese Weise ist der vorliegende Roman zugleich eine Enzyklopädie deutschsprachiger Gegenwartsliteratur.