Süddeutsche Zeitung, 03.05.2022
Rezensent Thomas Steinfeld erkennt schon im Titel von Ernst-Wilhelm Händlers Buch „Die Produktion von Gesellschaft“ eine Ähnlichkeit zum Werk des Soziologen Niklas Luhmann. Allerdings enthalte Händlers Theorie mehr Geschichtsphilosophie als Luhmanns. Händler beschäftige sich mit dem Wandel von der Produktion bestimmter Dinge hin zu einer immer abstrakteren Produktion, bei der immer weniger wichtig sei, was genau produziert wird, und die Produktion damit immer mehr eigene Handlungsmach gewinne.
Steinfeld resümiert mit Blick auf Romane Händlers wie „Welt aus Glas“, „München“ und „Das Geld spricht“: „Die ‚Produktion von Gesellschaft‘ ist der systematische Abschluss des Händlerschen Projekts, die Wirtschaft zu einem literarischen Agenten zu machen.“